Donnerstag, 13. Oktober 2016

Wie man zu einer Spinnradherde kommt

Für Menschen, die noch kein Spinnrad besitzen und für Nicht-Spinner sowieso ist schwer zu verstehen, wie man zu einer "Spinnradherde" kommt.
EIN Spinnrad, sollte man meinen, reicht ja wohl, zumal die meisten Wohnungen eher begrenzt Raum bieten um mehrere nicht gerade kleine Handarbeitsmaschinchen unterzubringen. Um regelmäßig alle Räder zu bespielen, fehlt den meisten dann doch die Zeit, außerdem wird wohl jeder im Laufe der Zeit sein Lieblingsrad gefunden haben.

Trotzdem ist "Spinnräder sind Herdentiere" ein geflügelter Begriff und die meisten SpinnerInnen sind sich einig, dass Räder am Besten in Gesellschaft gehalten werden.

Aber wie genau kommt man denn eigentlich zu einer Spinnradherde? In meinem Fall sind es vier ganz einfache Schritte, die leicht zu befolgen sind und gut funktionieren:

1. Sich einreden, dass man eigentlich überhaupt kein Spinnrad braucht.

Denn die Handspindeln funktionieren schließlich auch, außerdem strickt man ja eh nicht sooo gern, dass man größere Mengen Garn bräuchte.


2. Das erstbeste fadenscheinige Argument nutzen, sich doch ein Spinrad zu kaufen.

Denn um genau zu sein hat man bereits ganze Nächte in Foren und Onlineshops zugebracht, um sich schlau zu machen, welche Spinnräder man denn nun eigentlich NICHT kauft, weil man sie ja schließlich nicht braucht. Aber dann hat die spinnende Bekanntschaft plötzlich auch ein Rädchen und man muss ja auf Stand bleiben.


3. Sich neu verlieben.

Dieses eine Rad, das man schon immer aus der Ferne bewundert hat, weil es technisch ausgefeilt und wunderwunderwunderschöööön ist. Außerdem ist es spulen- und nicht flügelgebremst und die hohe Übersetzung würde das bereits vorhandene doch perfekt ergänzen...


4. Warten, dass sich die Spinnräder von allein vermehren.

Nach den scherzhaften Bemerkungen, dass man zum Bock jetzt auch eine Ziege besitzt, dauert es nicht einmal zwei Wochen, bis im Schaufenster des örtlichen Antikhändlers ein wunderbar erhaltenes altes Spinnrad für läppische 10 € auftaucht. Ab hier verselbstständigt sich die Geschichte, da man nach einem netten Gespräch Nummern getauscht hat, falls so ein Schnäppchen nochmal auftaucht.


Das war doch eigentlich ganz einfach, oder? Übrigens bieten sich Spinngruppen auch ganz wunderbar an, seine Herde zu vergrößern, da hier und da eine der erfahreneren Spinnerinnen auch gerne mal günstig etwas abzugeben hat - natürlich um Platz für den Zuwachs zu schaffen.





Gruppenfoto gefällig?
Hier stehen (v.l.n.r.) mein wunderschönes Interludium von Kromski, das Merino von Wollknoll mit aufgesteckter Haspel und die neue alte Ziege vom Antikhändler.
Ich würde ja fast behaupten, dass die drei mehr als ausreichend für mich sind, wenn ich nicht befürchten müsste, dies als Punkt 5 auf meine Liste zu setzen ;)

Kommentare:

  1. Wie gemein :D Jetzt hast du ein Rad mehr als ich! Pffffffffff. Wobei. Eigentlich hab ich ja auch drei Stück, nur der Bock der zählt nicht so wirklich, da er nicht wirklich bespinnbar ist...
    *räusper* also ICH hätte jetzt Platz für weitere Spinntierchen =P

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Haha, dann leihe ich dir meinen Bock für deine zwei Ziegen ;)
      Also nach ausgiebiger Bespielung wird auch mindestens eins der Rädchen wieder gehen. Besonders das Merino wird fast nur noch zum Zwirnen benutzt und dafür ist es eigentlich zu schade. Aber moderne Räder treffen ja nicht so deinen Geschmack, gelle?

      Löschen