Mittwoch, 3. August 2016

Brennnessel: Fasergewinnung II

Gleich vorweg: der zweite Versuch einer Wasserröste war ein absoluter Erfolg, einer Großaktion im August steht also nichts mehr im Wege.

Um das Holz im Inneren der Brennnesselstängel spöder zu bekommen, damit sie leichter brechen, wurden die entblatteten Stängel erst etwa eine Woche vorgetrocknet, bevor sie wieder zur Wasserröste in die Regentonne gewandert sind. Der eigentliche Plan war, sie nach ein paar Tagen und ETWAS Gasentwicklung aus dem Tank zu nehmen, schlussendlich war es aber doch eine knappe Woche, welche die Brennnesseln rösten durften. 

Beim Öffnen des Tankes stieg uns auch gleich der faulige Gestank entgegen, den man von der Brennnesseljauche kennt, mit der man im Garten düngen kann.
An dieser Stelle hatte ich den Versuch schon abgeschrieben, bei der Menge Gärung mussten sich die Fasern doch bereits zersetzt haben.
Wir haben sie trotzdem zum Trocknen ausgelegt, was bei der Hitze der letzten Tage nicht lange gedauert hat.

Ohne große Hoffnung habe ich mich also nochmal an das Aufbrechen der Stängel gemacht und siehe da: die Röstdauer war wirklich genau richtig. Die Stängel ließen sich ganz ausgezeichnet brechen, die Schäbe rieselte nur so heraus und klebte kein Bisschen mehr an den Fasern. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich einen recht beachtlichen Haufen Brennnessel ganz ohne Werkzeugeinsatz soweit bearbeitet, dass die Fasern nur noch ausgekämmt werden müssen (hier mangelt es noch immer an einem g'scheiten Kamm).
Allerdings wurde bei diesem Versuch auch deutlich, dass die Röste eine ziemliche Gratwanderung ist. Die Dauer hängt sowohl von der Umgebungs- bzw. Wassertemperatur ab, wie auch an der Dicke der Stängel; teilweise waren die dicken Stellen noch recht widerspenstig, während sich die Fasern in den dünnen Bereichen schon aufzulösen begannen.
Hier gilt also: ausprobieren und genau beobachten (und vielleicht auch ein wenig Glück haben).



Das Ergebnis von Versuch Nr. 2 sind knapp 20 g ungekämmte Brennnesselfasern in einer halben Stunde Bröselarbeit. Das ist soweit schon ganz gut, mit entsprechendem Werkzeug sicher noch optimierbar.

Bei den nächsten Waldspaziergängen werden also wieder die Körbe gefüllt.

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