Montag, 7. Dezember 2015

Gemüsepulver

Überraschend leicht selbst gemacht und ein wunderbares Geschenk ist Gemüsepulver zum würzen oder als Suppengrundlage. Die Idee kommt von diesem Chefkoch Rezept,  Mengen und Zutaten habe ich aber nach meinen Bedürfnissen abgewandelt.
In mein Pulver kommt alles, was ich auch frisch als Suppengrundlage verwende:

Sellerieknolle, Stangensellerie,  Porree,  Petersilie, rote Paprika,  Zwiebeln,  Knoblauch,  Tomaten(mark), Möhren, Liebstöckel und Salz

in etwa dem Verhältnis,  wie ich auch eine Gemüsesuppe kochen würde (nur eben viel mehr).

Zunächst wird alles geschält und kleingehäckselt,  im klaren Vorteil hier,  wer eine Moulinette oder sowas besitzt. Dann vermische ich die zerkleinerte Paprika mit Tomatenmark,  danach alles in einer großen Schüssel. Das Gemüse kommt nun portionsweise  (bei einem normalen Ofen immer nur 1 Blech,  bei Umluft auch mehrere) in den Backofen zum Trocknen.
Die Temperatur passe ich an; wenn ich Zeit habe,  alle 15-20 Minuten zu rühren auf 75,  ansonsten auf 50°C bis alles wirklich ganz trocken ist (raschelt beim rühren),  das kann je nach Temperatur und Menge auf dem Blech ein paar Stunden dauern. Alternativ kann man das Gemüse sicherlich auch auf der Heizung/ dem Ofen trocknen; hier scheitert das an gierigen Kleinkindhänden.

Wenn alles durchgetrocknet ist,  kommt das Gemüse,  (Meer)Salz und der getrocknete Liebstöckel  (wenn ihr frischen nehmt,  wird der natürlich mit dem Gemüse zusammen getrocknet) zusammen in den Schredder und wird zu feinem Pulver vermahlen.  Vorsicht mit der Maschine,  der Motor läuft ziemlich heiß dabei,  besser immer mal wieder eine Pause einlegen.

Das fertige Pulver nehme ich zum Würzen für alles mögliche her und natürlich  als Ersatz für herkömmliches Brühpulver. Die Salzmenge habe ich im Vergleich zum Ursprungsrezept ziemlich reduziert,  ganz weglassen würde ich sie jedoch schon aus Konservierungsgründen nicht.

Wegen begeisterter Abnehmerschaft habe ich jetzt zu Weihnachten wieder eine große Menge gemacht,  hübsch verpackt sind das auch wirklich tolle Geschenke.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Novembergarne

Leider war im November wenig Zeit fürs Hobby, aber immerhin zwei Garne haben es vom Rad geschafft.
Hellbunt und Dunkelbunt habe ich sie getauft, beide gesponnen aus dem Merino Multicolor Kammzug von Wollknoll. Das helle Garn wurde mit Süddeutscher (Merino? Wollgemisch?) verzwirnt,  das dunkle mit schwarzem Steinschaflamm.

Besonders schön finde ich, wie unterschiedlich die bunte Wolle jeweils wirkt. Während sie mit weiß verzwirnt ins pastellige geht, leuchtet sie regelrecht aus der schwarzen Wolle.

Glücklicherweise kehrt im Hause Maara so langsam wieder Ruhe ein, das ist auch gut so, schließlich ist noch einiges an Weihnachtsvorbereitungen zu treffen.


Dienstag, 10. November 2015

Patent, Patent, Patent!

Mich hat das Patentfieber gepackt! :D Nach dem Oktoberfarbenschal stricke ich nun einen Schulterwärmer, ebenfalls - wer hätte das gedacht - im Patenmuster.
Das Garn wurde aus einem gefärbten, extrafeinen Merinokammzug von Wollknoll gesponnen. Auch hier
wieder im langen Auszug für extrafluffiges Garn, navajogezwirnt, um den Farbverlauf zu erhalten.
Richtig lange Farbverläufe sind nicht im Faden, weswegen das Gestrick auch eher meliert, als gestreift ist; aufwändige Muster würden da ohnehin untergehen.

Weil jetzt wieder so viel gestrickt wird, habe ich auch in neue Nadeln von Lana Grossa investiert. Bambusnadeln für minimale Geräuschbelästigung im Zug. Hier in Größe 5, außerdem in 7 mm und noch ein Nadelspiel (prym) in 3,5 für Socken.

Die Nadeln sind spitzer als die Metallnadeln, mit denen ich vorher gestrickt habe, die Maschen lassen sich so wesentlich besser aufnehmen. Außerdem rutschen die Maschen nicht so sehr auf dem Holz herum, was ich in der Handhabe sehr angenehm finde.

Der Kammzug hat mich ehrlich gesagt etwas geschockt, als ich ihn ausgepackt habe. Die Farben wirken in echt viel intensiver, als auf den Fotos der Wollknollseite. Das altrosa ist plötzlich kräftiges pink und das
dunkellila leuchtend violett.

Eigentlich trage ich selten Farbe und auch dann eher gedeckte Töne, weshalb sich das Auge erstmal daran gewöhnen muss. Der Schulterwärmer wird jetzt fertig gestrickt, mal schauen, ob ich ihn nur zu Hause trage, oder ihn doch mal ausführe.

 Aus dem restlichen Kammzug wird ein Pullover für das Minimädchen,die findet die Farben nämlich super :D

Sonntag, 8. November 2015

Cacheur I - Fertigstellung mit Hindernissen

Nachdem der Cacheur lange im Handarbeitskörbchen lag,  habe ich es nun endlich geschafft,  den Bündchenrand anzustricken.

Irgendwas muss allerdings schief gelaufen sein... ob es an der Berechnung lag,  am Probestrickstück oder Abnahmen vergessen wurden,  jedenfalls war das Bündchen viel zu weit.

Weil nochmal auftrennen überhaupt nicht in Frage kam, habe ich kurzerhand ein Gummiband von innen eingenäht... mäßig elegant,  aber von außen sieht man es nicht und so rutscht das Röckchen immerhin nicht mehr über den Poppes.

Richtig kaschieren tut der "Cacheur" auch nicht,  was wohl am Karomuster liegt. Das ist nun nicht dramatisch,  kurvigeren Damen würde ich allerdings entschieden von großen Karos abraten :D

Was weiter damit passiert,  ist noch nicht ganz sicher,  vielleicht nähe ich die Holzknöpfe an,  die ich auf dem Mittelaltermarkt gekauft habe.
Immerhin ist das Körbchen nun leerer und mehr Platz für neue Werkeleien.

Samstag, 7. November 2015

Winterzeit ist Strickzeit...


Nein, ich bin keine besonders engagierte Strickerin. Dafür mangelt es an Geschick und Geduld, außerdem ist Weben so viel schneller und die Struktur der Gewebe finde ich schöner. Trotzdem wird pünktlich zu Beginn des Wintersemesters das Strickzeug wieder ausgegraben. Das liegt vor allem an dem unschlagbaren Umstand, dass Gestricke so gut zu transportieren sind, wenig Konzentration brauchen und die zweistündige tägliche Zwangspause im Zug gut genutzt werden kann. Gerade nach einem langen Tag in der Uni ist es gut, die Hände beschäftigt und den Kopf aus zu haben (bewundernswert, wer bei dem lauten Geplapper in der Bahn noch lesen kann).

Jedenfalls war ich schon fleißig und habe 300 g dieses schön bunten Merinovlieses im langen Auszug versponnen. Es war ein Bisschen problematisch, einen klaren Farbverlauf zu erhalten, da das Vlies ziemlich orangelastig war und die einzelnen Farben schichtenweise zusammenkardiert wurden. Das hieß viel auseinander zupfen und nach Farben sortieren, um nicht einen einheitlich braun-matschfarbenen Faden zu erhalten. Verspinnen ließ sich das Vlies aber ganz
ausgezeichnet und nach dem Navajozwirnen ist ein herbstlich buntes Flauschgarn entstanden, von dem ich aber leider keine Fotos gemacht habe.
Die kompletten 300 g  wurden zu einem dicken Schal im Patentmuster verstrickt. Die Nadeln hätte ich noch gut eine Nummer größer nehmen können, aber der Schal gefällt mit auch so richtig gut. Hier also das neue Lieblingsteil für den Winter.

Samstag, 17. Oktober 2015

Leinen weben



1 Kilo Leinen. Was zum Geier habe ich mir nur dabei gedacht?

Atessa hat einen guten Anteil übernommen und versponnen, ich selbst habe nach einige Startschwierigkeiten (*hedderklebfitz*)ebenfalls schon die ein oder andere Spule damit gefüllt. Nun stellte sich für uns beide die Frage; was machen mit dem fertigen Garn? Großspurig wurde von mir verkündet "wir weben".
Gut.
Nun ist Leinen aber nichts, was man mal "so eben verwebt". 
Die Singels verzwirnen wollte ich nicht, also wurden die 50 g Garn so abgehaspelt. Man glaubt gar nicht, wie viel Lauflänge so ein 50 g schwerer Leinenstrang hat. Mit der Mini-Kreuzhaspel bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen (der Grund, warum Weihnachten  hier die passende Mühlenhaspel fürs Merino unterm Baum liegen wird) und dann...

...ja was dann? Richtig schlau wird man im Netz nicht, wie denn gesponnener Leinenfaden nachzubearbeiten ist. Irgendwo habe ich gelesen, dass man den Strang kochen soll, da beim normalen Entspannungsbad die Fäden aneinanderkleben.
Also aufgekocht, ein Bisschen blubbern lassen und nach dem Abkühlen den Strang herausgefischt.
Superbrilliant war diese Idee leider nicht, denn die mühevoll (durch nass spinnen) angepappten Fasern stietzen nun ziemlich aus dem Faden, eigentlich klar, wenn man den Kleber auskocht.

Na aber wenn wir schon Fehler machen, dann ziehen wir´s auch durch. Ja, ich habe das Leinen auf den Webrahmen gespannt, 1,5 x 0,35 m in einen 40/10er Kamm, mit Doppelbelegung in Loch und Schlitz, geplant sind zwei kleine Testhandtücher in Panamabindung (Kette und Schuss jeweils doppelt).

Das ist nun schon ein paar Tage her. Angewebt ist noch nichts. Warum? Seht selbst:


Diesen grauenvollen Fusselklett traue ich mir nicht, zu weben. Horrorvisionen von klebenden Fächern und ständig reißenden Kettfäden verfolgen mich jedes mal, wenn ich am Rahmen vorbei laufe. Aber nun heißt es Augen zu und durch, runterschneiden mag ich die Kette nämlich auch nicht.

Drückt mir die Daumen!













Freitag, 16. Oktober 2015

Seifenhexerei




Atessa und ich haben ein wenig Seife gerührt. Weil ich ihr beide Methoden zeigen wollte, haben wir eine OHP Seife gemacht, die sie zu Hause pillieren kann, um Kräuter oder ätherische Öle beizumischen, und eine kaltgesiedete Seife. Eigentlich sollte letztere eine schöne grüne Marmorierung bekommen, dank vielen festen Fetten (einem großen Schwung Kakaobutter), einem andickenden Parfümöl und Atessas emsiger Rührerei hatten wir allerings bald das, was man als "Blitzbeton" bezeichnet. Marmorieren konnte man das Ganze jedenfalls nicht mehr besonders gut, aber wir haben gespachtelt und verrührt, so gut es ging.


Gestern Abend habe ich die Seife ausgeformt und geschnitten, ein paar Streifen, den Rest in Blöcke. Sie hatte eine heftige Gelphase und war schon ziemlich fest, ließ sich aber noch ganz  gut schneiden.
Durch den festen Seifenleim sind ein paar Lufteinschlüsse in der Seife, aber ich finde sie für ein Erstlingswerk ganz gut gelungen. Die groben Waschblöcke passen auch zu der rustikalen Struktur.

Es hat jedenfalls viel Spaß gemacht und ich glaube, Atessa ein wenig mit dem Seifenvirus infiziert zu haben ;)

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Allgäuer Webrahmen "Erika"

Die Suche nach einem passenden Webrahmen war schwierig. Lange habe ich Shops durchstöbert und bin um die Kromski Harfe herumgeschlichen, allerdings hat mich der hohe Preis ziemlich abgeschreckt.
Kromski, Ashford, Kircher sind (neben einfachen Schulwebrahmen mit Wendekamm *örgs*) scheinbar die Hauptvertreter ihrer Gattung.

Die ersten beiden sind sicherlich tolle Webgeräte und auch nicht grundlos so "teuer", allerdings sind Features, wie die Möglichkeit, das Ganze zusammenzuklappen und zu transportieren für mich nicht sinnvoll, da ich nur zu Hause webe. Der Kircherrahmen bringt zu einem bald noch höheren Preis nicht einmal das mit, fällt also auch raus.
Nach langem Suchen bin ich irgendwann in Heikes Shop gelandet, wo sie "Allgäuer Webrahmen", eine mir bis dato gänzlich unbekannte Marke, anbietet. Der Webrahmen "Erika" kommt mit einer Webbreite von 50 cm daher und ist mit 60 € in einem preislich vertretbaren Rahmen. Ein Gatterkamm 40/10 und zwei Schiffchen sind auch enthalten. Leider wird kaum/kein weiteres Zubehör angeboten, es gibt also keine Kämme in anderen Größen oder solche netten Kleinigkeiten wie Schärstäbe oder die Ashford Halterung für einen zweiten Gatterkamm. Man muss sich also erst einmal damit behelfen, den Kamm entsprechend doppelt oder eben weniger zu belegen (wie ich es beim Tuch für den Chacheur gemacht habe), anstatt der Schärstäbe benutze ich passend zurechtgeschnittene Streifen Zeichenkarton.
Kerben an Kett- und Warenbaum
Heike war aber auch so lieb, beim Hersteller einen zweiten Gatterkamm für mich zu besorgen, der mit 24 € ja auch sehr günstig ist, im Vergleich.
Theoretisch müssten auch die Kircher Kämme in den Rahmen passen, allerdings würde ich dafür nicht meine Hand ins Feuer legen, denn probiert habe ich es noch nicht (und ein neuer Kamm ist bald so teuer, wie der gesamte Rahmen ).
Mit dem zweiten Gatterkamm sind die Möglichkeiten aber durchaus vielfältig. Beispielsweise könnte ich nun doppelte Breite weben oder sogar eine einfache Köperbindung.
Musterstäbe, Schärstäbe und Schiffchen, sofern man sowas denn noch braucht, kann man ganz gut auch von anderen Marken kaufen, die sind ja glücklicherweise nicht rahmenabhängig.

Zahnräder aus Hartplastik
Ähnlich wie beim Kircher Rahmen kann man die Kette direkt am Baum einhängen. Allerdings nicht in solche "Zähnchen", die ich als wenig stabil empfinde, sondern in Kerben. Hier darf auch mal mehr Zug drauf, ohne dass etwas abbrechen kann.
Die Zahnräder an den Seiten sind aus Hartplastik und leider nicht so bruchsicher. Direkt beim zweiten weben ist mir ein Zähnchen weggebröselt, allerdings hatte ich die Flügelschrauben ganz locker und die Kette ziemlich straff gespannt, das war wohl zuviel. Mittlerweile benutze ich sie aber auch gar nicht mehr, da ich beim Kette abwickeln lieber einmal die Flügelschrauben an Kett- und Warenbaum ein wenig löse, so kann ich ganz gut regulieren, mit wie viel Zug die Kette abgewickelt wird.


Bäumen lässt sich der Rahmen prima allein, vielleicht schreibe ich auch dazu mal noch einen Post.

Fazit:

Für alle Puristen, die auf den Schnickschnack moderner Rahmen verzichten können, einen kleinen Geldbeutel haben oder sich nur mal im weben probieren wollen, ist der Allgäuer eine ausgezeichnete Alternative. Es ist ein Rahmen und man kann damit weben, Punkt.


Freitag, 2. Oktober 2015

Cacheur I

Das Tuch für den Cacheur nimmt in rasanter Geschwindigkeit Formen an. So schnell geschärt und gebäumt war der Webrahmen noch nie, allerdings ist die Kette auch nur zwei Meter lang und der Gatterkamm auf 35 cm bespannt.
Da die Wolle doch recht dick ist, habe ich den 40/10 Kamm nur auf 30 Fäden pro 10 cm bespannt, also auf 8 Löcher und Schlitze immer 2 frei gelassen. Das sieht man natürlich auch im Webbild (rechts), besonders in den hellen Streifen ist die Lücke gut zu erkennen. Das gibt sich aber (hoffentlich) nach den Waschen noch, zumindest sind beim Probeläppchen die Fäden schön gleichmäßig zusammengerückt.
Wie zu erwarten war, droht die dicke und ungleichmäßig gesponnene Kette mit Problemen. Der Kamm rubbelt an den teilweise unsauber angesponnenen Stellen, bis sich solche Verdickungen, wie hier links, bilden.
NOCH (klopf-auf-Holz) ist kein Faden gerissen, da ziemlich schnell über diese Stellen drüber gewebt ist, dank dem dicken Schussfaden, auch kletten die Kettfäden nicht zusammen und das Fach lässt sich gut öffnen.
Viel ist gar nicht mehr auf dem Kettbaum, sodass ich Hoffnung hege, das Ganze unfallfrei abgewebt zu bekommen. Dann werden noch herausstehende Fäden vernäht und ein Bündchenrand angestrickt. Es bleibt spannend ;)

Dienstag, 29. September 2015

Gewebtes Tuch und Strickschal "Tracy"

Das violette Woll-Seidengemisch lies sich nun so schnell verweben, dass ich es gar nicht mehr geschafft habe, ein Foto auf dem Rahmen zu machen. Vier Abende "Die Tudors" und "Braking Bad" und schon war das Tuch fertig, ein Weihnachtsgeschenk für meine Mama. 

Die Kette ist ausnahmsweise ein gekauftes Baumwollgarn in weiß, da die Wolle so locker versponnen ist, dass ich es mir nicht traute, sie auch als Kettfaden herzunehmen.

 
Das Muster ist denkbar einfach, in unregelmäßigen Abständen wurden mit dem Baumwollgarn zwei Reihen gewebt, das Karomuster entsteht durch abwechselndes Einlegen von violettem und weißem Schussfaden.

Die Ränder sind mit doppelten Kettfäden verstärkt und werden auch zunehmend gleichmäßiger, ganz zufrieden bin ich mit ihnen aber noch nicht.

Insgesamt gefällt mir das Tuch trotzdem gut, ein schönes leichtes Gewebe für die Übergangszeit im Frühling oder im Herbst, wenn es noch etwas zu warm für dicke Wollschals ist.
Auch das Weben hat Spaß gemacht und geht so viel schneller, als Stricken...

... und beim Thema; aus der Restwolle (schätzungsweise 60 g) stricke ich für mein Töchterchen noch einen kuscheligen Schal für den Winter, da sie lila so gern hat und die Wolle so herrlich weich ist.

Soviel also zu Thema Kammzug "Tracy", als nächstes wird die grüne Merinowolle verwebt und auf dem Spinnrad entsteht feines Gothlandgarn für Wintersocken. Jaja, viel zu tun in der kalten Jahreszeit ;)

Mittwoch, 23. September 2015

Auf der Spindel

Findet ihr es auch so spannend, was bei anderen auf der Spindel liegt?

Bei mir sind grad zwei Garne in Arbeit.
Zum einen ist das der Rest deutscher Merinowolle von Flinkhand, noch etwa 50 g, die ich hier auf dem Spinnrad bearbeite. Sie ist mit Simplicol gefärbt, genauer gesagt mit dem Rest Färbewasser der Wolle, die ihr hier sehen könnt. Zusammen möchte ich sie zu einem karierten Tuch verweben und einen Cacheur oder Rock daraus nähen.


Auf der Ashford Kreuzspindel spinne ich "Tracy", einen Merinokammzug in verschiedenen Violetttönen mit Seide, ebenfalls aus dem Flinkhandshop. Die Wolle ist herrlich weich und so gar nicht kratzig, dass sie zu einem Schal oder einem Tuch verwebt wird (ein Weihnachtsgeschenk für meine Mama). Da sie aber so locker gesponnen ist, wird die Kette wohl eher ein gekauftes Baumwollgarn in weiß.

Ich freue mich schon auf die Webarbeiten :)

Mittwoch, 16. September 2015

Haspel und Nostepinne



Haspel und Nostepinne... abenteuerliche Namen für zwei wirklich nützliche Geräte zur Woll(weiter)verarbeitung. Meine sind (wer hätte das geahnt) von Kromski. Ihr werdet noch merken, dass ich großer Kromskienthusiast bin, denn nicht nur Preis-Leistung stimmt bei dieser Marke, auch die Optik ist wirklich schön, vielleicht findet auch irgendwann ein Rädchen von Kromski den Weg zu mir...
Gut, aber erst mal zurück zu den weniger teuren Gerätschaften.
Beide habe ich vom Flinkhandshop, wie immer in hellem, unbehandelten Holz. Preislich lagen sie bei um die 10 €, die Nostepinne war etwas günstiger.
Die Haspel kommt in der kleinsten Ausführung daher, da ich der Meinung war, die kleinen Mengen von der Handspindel passen da am ehesten drauf. Der Strang hat laut Flinkhand einen Umfang von 76 cm, nachgemessen habe ich es allerdings nicht. Wirklich glücklich ist die Tatsache, dass der Strang passgenau um die Stuhllehnen meiner Küchenstühle liegt. Es verheddert oder verrutscht nichts und mein Weberknecht ;) kann mal Pause machen, weil ich so ganz ohne Hilfe wickeln kann. 
Bevor ich die Kreuzhaspel hatte, habe ich um einen kleinen Tritthocker gehaspelt, das Garn eingesprüht und so trocknen lassen. Das traue ich mir bei der Kromskihaspel nicht, da das Holz nicht weiter behandelt ist, statt dessen bekommen die fertigen Stränge ein schönes Entspannungsbad und dürfen liegend trocknen. Die Zwirne sind auch so ausgeglichen, dass bislang keine Probleme mit dem Drall aufgetreten sind (gegen die aufgespannt trocknen ja ohnehin nur temporär hilft)

Zur Nostepinne:. Sie liegt gut in der Hand und ermöglicht so schnelles, gleichmäßiges Wickeln. Ich befestige den Faden wie ihr oben sehen könnt, in der Kerbe mit einem Knoten, wickle ein paar mal senkrecht um den Stab und dann immer in schön gleichmäßigen Diagonalen (siehe unten). Ich halte den Stab in der linken Hand und drehe ihn langsam, während die rechte Hand das Garn führt, aber vermutlich hat da jeder so seine eigene Technik. Durch den zu Beginn befestigten Faden lässt sich das Knäuel von innen abwickeln, super, wenn man in der Bahn strickt (und vorwitzige Knäuel vom Schoß hüpfen wollen).
 


Das Garn, was ihr hier seht, ist deutsche Merino im Kammzug, ebenfalls vom Flinkhandshop, das ich mit Simplicol dunkelgrün gefärbt habe. Es ist übrigens auch das erste Garn, das ich am Spinnrad gesponnen habe, aber dazu später mehr ;)


Samstag, 30. Mai 2015

Kopfspindel Kromski

Ich hatte die Kromski Spindel schon häufiger erwähnt, jetzt möchte ich sie aber noch einmal richtig vorstellen.
Bei Flinkhand steht sie mit 83 g, einem Wirteldurchmesser von 10 cm (und 8-9 €) im Katalog, ist also wirklich schwer und läuft superschnell und so lange, so dass ich das Treppenhaus in der Uni dreimal hoch und runter spinnen könnte.  Neben dem unlackierten Holz, wie ihr sie auf dem Foto sehen könnt, gibt es sie noch in klar, dunkler Walnuss oder Mahagoni lackiert.


Mit dieser Spindel habe ich das Spinnen gelernt und auch wenn für Anfänger eher leichtere Spindeln empfohlen werden, bin ich mit ihr direkt gut klar gekommen, besonders, da sie durch ihre lange Laufzeit seltener angestoßen werden muss und man sich so ganz auf den Faserauszug konzentrieren kann.

Die Kopfspindel entfaltet ihre volle Geschwindigkeit, wenn man sie über den Oberschenkel rollend anstößt. Dank Haken lässt sie sich prima einhändig aufrollen und läuft sehr gleichmäßig, da der Faden in optimaler zentraler Position bleibt.


Einen Haken hat der Haken (höhö) allerdings schon; denn er ist der einzige Schwachpunkt der Spindel. Das sonst absolut stabile Teil ist mir gerade am Anfang häufig herunter gefallen und irgendwann so ungünstig gelandet, dass am Haken ein Stück Holz abgeplatzt ist. Mit etwas Holzleim war es flott repariert, für Anfänger empfiehlt sich aber, immer auf einem Teppich stehend zu spinnen.


Leider zählt das gute Stück mittlerweile eher zu meinen Anfängerrelikten und war schon ziemlich lange nicht mehr im Einsatz, da sie mir mit der Zeit doch zu schwer geworden ist. Vielleicht findet sich ja ein Anfänger, dem ich die Spindel weiterreichen kann, zum rumliegen ist sie viel zu schade.

Montag, 4. Mai 2015

Ashford Türkische Handspindel (Kreuzspindel)

Eine Spindel, die ich als Anfänger gern benutzt habe, ist die türkische Spindel von Ashford. Mit 60 g und einer Stäbchenlänge von 15 cm (vgl. Wirteldurchmesser)  ist sie etwas leichter und größer als die Kromski und mit knapp  27 Euronen preislich eine ganz andere Hausnummer.

Ganz nett ist, dass der fertige Faden nicht erst umständlich von der Spindel gewickelt werden muss, denn ist man einmal fertig mit spinnen, zieht man einfach Schaft und Stäbchen heraus und erhält ein - zugegebenermaßen nicht besonders formschönes - Knäuel, das auf die Weiterverarbeitung wartet.
Ashford Kreuzspindel
Ich knote den Anfang bereits am Schaft fest, so dass ich den Faden von innen und außen gleichzeitig abwickeln und miteinander verzwirnen kann.

Was anfangs recht unproblematisch war, nervt mich mittlerweile doch gewaltig, nämlich der Haken am oberen Spindelende. Angetrieben wird die Ashford durch anschubbsen mit den Fingern und hier ist der Haken im Weg (anders bei der Kromski Spindel, die über den Oberschenkel rollend angestoßen wird). Also stößt man sie weiter unten am Stab an, der ja nun auch einen gewissen Durchmesser hat... Geschwindigkeit? Fehlanzeige. Das quälend langsame Drehen kann allerdings gut für dicke Flauschgarne mit wenig Drall genutzt werden.

Trotzdem - oder aber gerade deswegen - ist sie eine schöne Einsteigerspindel, wenn man sich nicht von dem hohen Preis abschrecken lässt.